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Immobilien · 3. September 2026 · 5 Min. Lesezeit

Hausverwaltungen verwalten Vorgänge, keine Dokumente. Wie ein durchgängiger Ablauf von der Schadensmeldung bis zur Abrechnung aussieht, was sich an jeder Station automatisieren lässt und womit Sie anfangen sollten.

Ein Turm aus gläsernen Etagen mit einzelnen türkis erleuchteten Einheiten; von einer Einheit führt eine Lichtbahn mit einer kleinen Karte zu einem leuchtenden Knoten am Boden – Sinnbild für Vorgänge in der Hausverwaltung

Die Verwaltungssoftware einer Hausverwaltung kann in der Regel viel: Objekte, Einheiten, Mieter, Verträge, Abrechnungen. Der Alltag spielt sich trotzdem woanders ab – im Posteingang, am Telefon, in Weiterleitungen an Handwerker und in Rückfragen von Eigentümern. Die Software ist das Archiv. Der Ablauf läuft daneben.

Dieser Beitrag beschreibt, wie ein durchgängiger Vorgang von der ersten Meldung bis zur Abrechnung aussehen kann, was sich an jeder Station heute realistisch automatisieren lässt und womit ein Betrieb sinnvoll anfängt.

Der Vorgang als Einheit

Der wichtigste Wechsel ist keine Technik, sondern ein Blickwinkel: nicht Dokumente verwalten, sondern Vorgänge.

Eine Schadensmeldung ist kein Anhang in einer E-Mail. Sie ist der Beginn eines Vorgangs, der ein Objekt, eine Einheit, eine meldende Person, eine Zuständigkeit, einen beauftragten Betrieb, eine Rückmeldung und am Ende eine Buchung hat. Solange diese Angaben über Mailordner, Notizzettel und die Software verteilt sind, muss jemand sie bei jeder Frage neu zusammensuchen. Sobald der Vorgang als Einheit existiert – mit allen Stationen, allen Beteiligten, allem Schriftverkehr –, ist jede Frage mit einem Blick beantwortet.

Dieser Vorgang muss nicht in einem neuen System leben. Er kann in der bestehenden Verwaltungssoftware entstehen, in einem angebundenen Ticketsystem oder in einem CRM. Entscheidend ist, dass es genau einen Ort gibt und alle anderen Werkzeuge daran angeschlossen sind.

Fünf Stationen eines Vorgangs

Fast jeder Vorgang in einer Hausverwaltung durchläuft dieselben fünf Stationen.

Eingang. Die Meldung kommt herein – per E-Mail, Telefon, über ein Portal oder persönlich.

Zuordnung. Sie wird einem Objekt, einer Einheit und einer zuständigen Person zugewiesen und nach Art und Dringlichkeit eingestuft.

Beauftragung. Ein Handwerksbetrieb, ein Dienstleister oder eine interne Stelle erhält den Auftrag mit allen nötigen Angaben.

Rückmeldung. Die meldende Person, gegebenenfalls der Eigentümer, erfährt, was passiert und wann.

Abrechnung. Die Rechnung des beauftragten Betriebs wird geprüft, dem Vorgang und dem Objekt zugeordnet und verbucht – als Instandhaltung, als Betriebskosten oder als Weiterverrechnung.

An jeder dieser Stationen geht heute Zeit verloren, weil Daten von Hand von einem Werkzeug ins nächste getragen werden.

Was sich an jeder Station automatisieren lässt

Am Eingang kann eine eingehende E-Mail automatisch als Vorgang angelegt werden – mit Zeitstempel, Absender und Anhang. Ein Assistent kann erkennen, worum es geht, und Dringendes hervorheben: Wasserschaden vor Namensschild.

Bei der Zuordnung lassen sich Objekt und Einheit aus der Absenderadresse, der Anschrift im Text oder dem Mieterverzeichnis ableiten. Die zuständige Person ergibt sich aus der Objektzuteilung. Was der Assistent nicht sicher zuordnen kann, markiert er zur manuellen Prüfung.

Bei der Beauftragung entsteht aus dem Vorgang automatisch ein Auftrag an den passenden Betrieb – mit Objektadresse, Ansprechperson, Zugangshinweisen und Fotos. Der Betrieb bestätigt, der Vorgang zeigt den Stand.

Bei der Rückmeldung erhält die meldende Person eine Bestätigung mit Vorgangsnummer und dem nächsten Schritt; bei Statuswechseln – beauftragt, Termin vereinbart, erledigt – automatisch eine kurze Nachricht. Rückfragen der Art „Was ist mit meiner Meldung?" verschwinden damit weitgehend.

Bei der Abrechnung wird die eingehende Handwerkerrechnung ausgelesen, dem Vorgang zugeordnet und mit dem Auftrag abgeglichen. Stimmen Betrag und Leistung, geht sie zur Freigabe; weicht etwas ab, wird es markiert. Nach der Freigabe landet der Beleg mit Objekt- und Kostenstellenzuordnung in der Buchhaltung.

Nicht alles davon muss auf einmal entstehen. Aber jede automatisierte Station macht die nächste leichter, weil die Daten bereits strukturiert vorliegen.

Eigentümer und Mieter einbinden: das Portal

Ein Portal für Eigentümer und Mieter ist ein naheliegender Schritt – und einer, der oft zu früh kommt. Ein Portal ist nur so gut wie die Daten, die es zeigt. Zeigt es einen veralteten Stand oder verlangt es, dass jemand Daten doppelt pflegt, schadet es mehr, als es nützt.

Sinnvoll wird das Portal, sobald der Vorgang als Einheit existiert und die Stationen angeschlossen sind. Dann kann ein Mieter eine Meldung mit Foto direkt in den Vorgang geben, statt eine E-Mail zu schreiben, die jemand abtippt. Ein Eigentümer sieht den Stand seines Objekts – offene Vorgänge, erledigte Arbeiten, Abrechnungen – ohne anzurufen. Beides entlastet die Verwaltung an genau den Stellen, an denen heute die meisten Rückfragen entstehen.

Datenschutz in der Hausverwaltung

Hausverwaltungen verarbeiten personenbezogene Daten in großem Umfang: Namen, Adressen, Bankverbindungen, Vertragsdaten, manchmal Angaben zu Lebensumständen. Jede Automatisierung und jedes Portal muss das berücksichtigen.

Drei Grundsätze reichen weit. Erstens: Jeder sieht nur, was er für seine Aufgabe braucht – ein beauftragter Handwerker die Objektadresse und den Zugangshinweis, nicht den Mietvertrag. Zweitens: Wo Daten außerhalb der eigenen Systeme verarbeitet werden – etwa durch einen Assistenten –, muss vorher geklärt sein, wo das geschieht und auf welcher Grundlage. Drittens: Zugriffe und Änderungen werden protokolliert, damit sich nachvollziehen lässt, wer wann was gesehen und getan hat.

Mit diesen Grundsätzen ist eine digitalisierte Hausverwaltung nicht weniger, sondern besser datenschutzkonform als eine, in der Mieterdaten in Mailordnern und Excel-Listen liegen.

Womit anfangen

Der beste Einstieg ist meist die Station, an der heute die meisten Rückfragen entstehen. In vielen Verwaltungen ist das die Rückmeldung: Mieter und Eigentümer fragen nach, weil sie nicht wissen, was mit ihrer Meldung passiert. Eine automatische Bestätigung mit Vorgangsnummer und Statusnachrichten ist mit vergleichsweise geringem Aufwand umsetzbar und wirkt sofort.

Der zweite Schritt ist typischerweise der Eingang: E-Mails automatisch als Vorgang anlegen und zuordnen. Damit existiert der Vorgang als Einheit, und alle weiteren Stationen bauen darauf auf.

Beauftragung, Abrechnung und Portal folgen, wenn die ersten beiden Schritte stabil laufen – und wenn sich gezeigt hat, dass sie den Alltag tatsächlich verändern.

Fazit

Digitalisierung in der Hausverwaltung bedeutet nicht, die Verwaltungssoftware zu ersetzen. Sie bedeutet, den Vorgang als durchgängige Einheit zu denken, die vorhandenen Werkzeuge daran anzuschließen und Station für Station die Handarbeit dazwischen zu automatisieren – mit klaren Regeln dafür, wer welche Daten sieht.

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